Drei Verfahren,
ehrlich erklärt.
Wie DTF, Siebdruck und Stickerei funktionieren, auf welchen Stoffen sie halten, was sie kosten und welche Datei wir dafür brauchen. So, wie wir es in der Werkstatt erklären – nicht, wie es im Prospekt steht.
Drei Verfahren im Vergleich.
Kurz: DTF für bunte Motive und kleine Mengen ohne Einrichtkosten, Siebdruck für große Auflagen mit wenigen Farben, Stickerei für Logos auf Polos, Jacken und allem, was Industriewäsche aushalten muss.
| Technik | Sinnvoll ab | Farben | Haltbarkeit | Stoffe | Stark bei | Grenzen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| DTF | 10 Stück, keine Einrichtkosten | alle Farben, Fotos, Verläufe – ohne Aufpreis | 50+ Wäschen bei 40 °C auf links | Baumwolle, Mischgewebe, Polyester, hell und dunkel | kleine Mengen, bunte Motive, Namen und Nummern je Stück | große Flächen fühlbar, bei 60-°C-Wäsche altert der Film |
| Siebdruck | ca. 50 Stück, Siebe einmalig | ein bis vier Volltonfarben, auf dunkel plus Weiß | 60+ Wäschen, auch bei 60 °C | Baumwolle am besten, Polyester mit Spezialfarbe | große Auflagen, wenige Farben, Festshirts, Belegschaften | keine Fotos oder Verläufe, jede Farbe kostet, kein Motivwechsel je Stück |
| Stick | 10 Stück, Stickprogramm einmalig | bis ca. 12 Garnfarben | überlebt das Textil, Industriewäsche ok | Piqué, Fleece, Softshell, Twill, Caps | Logos auf Polos, Hemden, Jacken, Schürzen – Kundenkontakt | dünne Shirts wellen sich, Schrift unter 5 mm unleserlich, keine Fotos |
Was die Verfahren kosten.
Kurz: Das Textil kostet in jedem Verfahren gleich – ab 4,50 € netto (5,40 € inkl. USt) je Stück. DTF kommt fix mit 4,90 € netto (5,88 € inkl. USt) je Position dazu und steht sofort bei jedem Modell. Siebdruck hängt von Farbzahl und Auflage ab, Stickerei von der Stichzahl – beides nennt das Angebot innerhalb von 24 Stunden.
Die Logik dahinter: DTF hat keine Einrichtung, also keinen Mengeneffekt außer der Staffel ab 30 Stück. Siebdruck hat Einrichtkosten je Farbe, die sich auf die Auflage verteilen – ab etwa 50 Stück unterbietet er DTF, ab 200 deutlich. Stickerei ist je Stück annähernd konstant, egal ob 10 oder 500. Deshalb prüfen wir ab 50 Stück automatisch, ob Siebdruck günstiger ist, und sagen es Ihnen im Angebot.
Alle Preise netto zzgl. 20 % Umsatzsteuer, der Bruttobetrag steht bei jedem Modell daneben. Rechnung mit UID.
Fragen aus der Werkstatt.
Wie funktioniert DTF-Druck genau?
Das Motiv wird spiegelverkehrt mit Pigmenttinte auf eine Transferfolie gedruckt, mit weißer Tinte unterlegt, mit Schmelzkleber bepudert und im Ofen fixiert. In der Presse wird der Film bei rund 160 Grad auf das Textil übertragen und abgezogen. Weil die Weißunterlegung immer dabei ist, sind die Farben auf Schwarz genauso kräftig wie auf Weiß.
Wie funktioniert Siebdruck?
Für jede Farbe wird ein feinmaschiges Sieb belichtet, das nur an den Motivstellen offen bleibt. Die Farbe wird mit dem Rakel durch das Sieb auf den Stoff gezogen und anschließend bei etwa 160 Grad getrocknet. Mehrere Farben werden nacheinander passgenau gedruckt; auf dunklen Textilien kommt zuerst eine weiße Unterlegung.
Wie entsteht eine Stickerei?
Aus der Vektordatei Ihres Logos wird ein Stickprogramm gepuncht: Jede Fläche und Linie wird in Stichart, Stichrichtung und Garnfarbe übersetzt. Die Maschine stickt das Programm mit bis zu zwölf Garnfarben in den eingespannten Stoff. Das Programm bleibt gespeichert – jede Nachbestellung ist identisch.
Welches Verfahren ist am günstigsten?
Bis etwa 50 Stück DTF, weil es keine Einrichtkosten hat: 4,90 € netto (5,88 € inkl. USt) je Stück und Position, bei jedem Modell sofort sichtbar. Ab etwa 50 Stück mit ein bis drei Farben Siebdruck – die Siebe kosten einmalig, danach ist jedes Stück günstiger als DTF. Stickerei liegt je Stück in der Größenordnung eines großen DTF-Drucks, unabhängig von der Auflage.
Welches Verfahren hält am längsten?
Stickerei überlebt in der Regel das Textil und verträgt Industriewäsche. Siebdruck hält über 60 Wäschen, auch bei 60 Grad. DTF hält über 50 Wäschen bei 40 Grad auf links – für Arbeitskleidung mit heißer Wäsche empfehlen wir deshalb Stick oder Siebdruck.
Auf welchen Stoffen funktioniert welches Verfahren?
DTF haftet auf Baumwolle, Mischgewebe, Polyester und sogar Softshell. Siebdruck liebt glatte Baumwolle; Polyester braucht Spezialfarben gegen das Durchbluten der Stofffarbe. Stickerei braucht formstabilen Stoff – Piqué, Fleece, Softshell, Twill – und ist auf dünnem Jersey unter 150 g/m² nicht ideal. Bei jedem Modell im Katalog steht, was sich eignet.
Kann man mehrere Verfahren auf einem Textil kombinieren?
Ja, und oft ist das die beste Lösung: Logo gestickt auf der Brust, Firmenname oder Web-Adresse per DTF groß am Rücken; oder Vereinswappen im Siebdruck und Spielername per DTF. Jede Position wird einzeln gerechnet.
Welche Datei brauchen Sie für welches Verfahren?
Für Siebdruck und Stickerei eine Vektordatei (PDF, AI, EPS, SVG), weil wir Farben trennen bzw. Stichwege anlegen müssen. Für DTF reicht ein PNG mit transparentem Hintergrund oder ein Foto mit 300 dpi in Druckgröße. Liegt nur ein kleines Bild vor, zeichnen wir das Logo für Siebdruck und Stick nach – das rechnen wir im Angebot aus.
Wie groß darf ein Motiv je Verfahren sein?
DTF bis 21 × 30 cm je Position, größer auf Anfrage. Siebdruck bis etwa 30 × 40 cm. Stickerei empfehlen wir für Logos bis 10 cm Breite; große Rückenstickereien sind möglich, werden aber nach Stichzahl schnell teuer.
Warum ist Weiß auf dunklen Shirts ein Thema?
Farbe deckt auf Schwarz nicht von selbst. DTF druckt deshalb immer eine weiße Schicht unter das Motiv – ohne Aufpreis. Im Siebdruck ist die Weißunterlegung ein eigener Druckgang und zählt als zusätzliche Farbe. Bei Stickerei spielt die Stofffarbe keine Rolle, das Garn deckt immer.
Was bedeutet 60-Grad-Wäsche für den Druck?
Siebdruck und Stickerei vertragen 60 Grad problemlos. DTF wird bei dauerhafter 60-Grad-Wäsche mit der Zeit spröde – für Gastronomie, Pflege und Industriewäsche empfehlen wir daher die beiden anderen Verfahren oder DTF nur auf Textilien, die bei 40 Grad gewaschen werden.
Wie lange dauert die Produktion je Verfahren?
Alle drei in der Regel ca. 7 Werktage nach der Freigabe. DTF ist am schnellsten startklar, Siebdruck braucht die Siebe, Stickerei das Programm – die Gesamtzeit ist bei uns trotzdem gleich.
Begriffe aus der Werkstatt.
- Transferfolie
- Der bedruckte PET-Film beim DTF-Druck. Er trägt Farbe, Weißunterlegung und Kleber und wird nach dem Pressen abgezogen – übrig bleibt nur das Motiv auf dem Stoff.
- Weißunterlegung
- Eine weiße Farbschicht unter dem Motiv, damit die Farben auf dunklen Textilien decken. Bei DTF immer dabei, im Siebdruck ein eigener Druckgang.
- Rakel
- Das Werkzeug, mit dem die Farbe beim Siebdruck durch das Sieb gezogen wird. Druck und Winkel bestimmen, wie viel Farbe im Stoff landet.
- Sieb / Schablone
- Ein mit lichtempfindlicher Schicht belichtetes Gewebe, das nur an den Motivstellen Farbe durchlässt. Je Farbe ein Sieb – daher die Einrichtkosten.
- Punchen
- Das Umsetzen eines Logos in ein Stickprogramm: Stichart, Richtung und Reihenfolge werden festgelegt. Einmalig je Motiv, danach beliebig wiederholbar.
- Stichzahl
- Die Anzahl der Nadelstiche einer Stickerei – sie bestimmt Dauer und Preis. Ein kleines Logo hat einige tausend Stiche, ein flächiges Rückenmotiv deutlich mehr.
- Piqué
- Das genoppte Gewirke klassischer Polos. Formstabiler als Jersey und deshalb der beste Stoff für Stickerei.
- Single Jersey
- Die glatte T-Shirt-Ware. Leicht und elastisch – ideal für DTF und Siebdruck, für dichte Stickerei erst ab etwa 180 g/m².
- Grammatur
- Das Flächengewicht in Gramm je Quadratmeter. 140–160 leicht, 180–200 Standard, ab 220 schwer – je schwerer, desto besser trägt der Stoff Stick und große Drucke.
- Druckfreigabe
- Ihre schriftliche Bestätigung von Layout, Verfahren, Größe und Position. Erst danach werden Siebe belichtet, Programme gestickt oder Filme gedruckt.
Tiefer einsteigen: jede Frage auf einer Seite.
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